"Reines Glück genießt doch nie, wer zahlen soll und weiß nicht wie"   (Wilhelm Busch)

Weg zur Privatinsolvenz

Das Verfahren setzt sich aus vier Stufen zusammen:

  1. 1. Stufe: außergerichtlicher Einigungsversuch

  2. 2. Stufe: gerichtliches Schuldenbereinigungsverfahren (kann entfallen)

  3. 3. Stufe: gerichtliches Insolvenzverfahren

  4. 4. Stufe: Restschuldbefreiungsphase

Stufe drei und vier dauern sechs Jahre.

1. Stufe

Versuch, eine Lösung mit allen Ihren Gläubigern zu finden. Gelingt ein Vergleich mit den Gläubigern, ist eine Insolvenz nicht mehr notwendig. Wird der Vergleich auch nur von einem Gläubiger abgelehnt, erhalten Sie von uns die notwendige Bescheinigung, um den Insolvenzantrag stellen zu können.

2. Stufe

Wenn Sie Ihren Insolvenzantrag beim Gericht eingereicht haben, kann dieses entscheiden, ob -mit Unterstützung des Gerichts- nochmals ein Vergleichsversuch unternommen wird. Voraussetzung ist hier, dass eine sogenannte Kopf- und Summenmehrheit der Gläubiger erreicht werden kann. D.h. mehr wie die Hälfte der Gläubiger und mehr wie die Hälfte der Schuldsumme, müssen dem Vergleich zugestimmt haben. Dann besteht für Sie die Möglichkeit die verbleibenden Ablehnungen gerichtlich mit einer Zustimmung ersetzen zu lassen. Gelingt auf diesem Wege eine Einigung mit den Gläubigern, so ist eine Insolvenz ebenfalls nicht nötig.

Zeigt sich jedoch im Vorfeld, dass eine Kopf- und Summenmehrheit nicht erreicht werden kann, so kann diese Stufe übersprungen werden.

3. Stufe

Ist der Vergleich gescheitert, so eröffnet das Insolvenzgericht über Ihr Vermögen das Insolvenzverfahren. Grundprinzip des Verfahrens ist einerseits, dass Sie sich verpflichten, Ihr pfändbares Einkommen für die Dauer von sechs Jahren zur Verfügung zu stellen. Zum Anderen soll hiermit eine sog. Gläubigergleichbehandlung erreicht werden. Jeder Gläubiger soll -sofern Vermögen oder pfändbares Einkommen vorhanden ist - hieran beteiligt werden.

Das Gericht bestellt für Ihr Verfahren einen Treuhänder. Dessen Aufgaben umfassen im Wesentlichen die Erstellung der Insolvenztabelle, den Einzug Ihres Vermögens und pfändbaren Einkommens und die gerechte Verteilung der eingenommenen Gelder unter den Gläubigern.

Danach wird das Verfahren "aufgehoben", so der Gesetzeswortlaut. Dies bedeutet, dass die dritte Stufe beendet ist.

4. Stufe

Es schließt sich die Restschuldbefreiungsphase an. Diese nennt man auch Wohlverhaltensperiode. Der Treuhänder zieht weiterhin Ihr pfändbares Einkommen ein. Sofern Sie in dieser Verfahrensstufe erben sollten, dürfen Sie die Hälfte des Erbes behalten. Sie müssen Adressänderungen oder Wechsel der Arbeitsstelle immer sofort mitteilen.

Waren Sie ein sog. redlicher Schuldner und haben Ihre Verpflichtungen erfüllt, so erteilt Ihnen das Gericht am Ende der sechs Jahre die Restschuldbefreiung. D.h. die verbleibenden Schulden werden Ihnen erlassen.

Für die anfallenden Kosten des Verfahrens haben Sie die Möglichkeit, einen Stundungsantrag zu stellen. Grundsätzlich sollen die Verfahrenskosten aus Ihrem pfändbaren Einkommen bezahlt werden. Ist Ihnen dies nicht möglich, so stundet Ihnen das Gericht die Kosten bis zur Restschuldbefreiung. 

 

 

 

 

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RAin Simone Hintz-Beiren